Fremdfinanzierung im Online-Handel: Das sind die häufigsten Fehler

Je nach Ausrichtung und Umgang ihres Unternehmens benötigen Existenzgründer im Onlinehandel eine Fremdfinanzierung. Mit diesen Mitteln werden die ersten Betriebsanschaffungen, die Entwicklung von Software, die Produktion der Geschäftsausstattung und auch der Lebensunterhalt des Unternehmers während der ersten Monate nach dem Start finanziert. Im Idealfall ist der Mittelbedarf so gering, dass der Gründer ihn aus eigenen Reserven tragen kann. Ist das nicht der Fall, dann müssen Fremdmittel beschafft werden. Dies kann sowohl innerhalb der Familie oder des Freundeskreises als auch über einen Investor oder über eine Bank erfolgen. In Deutschland überstehen rund ein Drittel der neu gegründeten Unternehmen die ersten drei Jahre am Markt nicht. Hauptursache für das Scheitern sind finanzielle Gründe. Grund genug, einen intensiven Blick auf die häufigsten Fehler zu werfen, die Existenzgründern in Sachen Fremdfinanzierung unterlaufen.

Einer der häufigsten Fehler hierbei besteht darin, den Bedarf an externen Finanzmitteln nicht zu erkennen. Dies trifft vor allem Unternehmer mit einem zu ausgeprägten Optimismus, die davon ausgehen, dass die ersten Erlöse schon rechtzeitig eintreffen werden, um die Kosten zu decken und notwendige Investitionen durchzuführen. Erfolgen die Anfangsumsätze dann zögerlicher als erwartet, geht dem Existenzgründer der finanzielle Atem aus, noch bevor sein Unternehmen erfolgreich am Markt angelangt ist. In dieser Situation an Fremdmittel zu gelangen, ist überaus schwierig. Wer soll dem Gründer zutrauen, seine wirtschaftlichen Verhältnisse im Griff zu haben, wenn er selbst den Mittelbedarf für die ersten Wochen und Monate nicht zutreffend einschätzen konnte?

Hat man festgestellt, dass externes Kapital erforderlich ist und gibt es keine Möglichkeit, diesen Bedarf innerhalb der Familie oder des Freundeskreises zu decken, dann ist ein Besuch bei der Bank angesagt. Hier stößt man direkt auf den nächsten Fehler: Geldinstitute erwarten ein schlüssiges Konzept, bevor sie sich dazu bereit erklären, ein junges Unternehmen zu finanzieren. Hierbei muss der Existenzgründer im Online-Handel vor allem unter Beweis stellen, dass seine Geschäftsidee tragfähig ist. Die pure Begeisterung für das eigenen Konzept ersetzt hierbei keinesfalls eine ordentliche Finanzplanung, die den allgemein gültigen Standards im Bankwesen entspricht. Ein großer Fehler besteht auch darin, einen zu niedrigen Kreditbetrag zu beantragen. Wer sein Geldinstitut nachträglich um weitere Mittel ersuchen muss, der zeigt damit allzu deutlich, dass er sich zunächst verkalkuliert hat und wird daher in der Regel abgewiesen.

Viele Existenzgründer machen zudem den Fehler, die erforderliche Rückzahlung der in Anspruch genommenen Kredite nicht in ihrer Finanzplanung zu berücksichtigen. Zinsen und Tilgungen belasten das Unternehmen über einen langen Zeitraum und müssen im Businessplan erfasst werden. Zu guter Letzt sollte man als Unternehmer vor lauter Dankbarkeit für einen bewilligten Kredit nicht darauf verzichten, die gewährten Konditionen zu prüfen und mit anderen Anbietern zu vergleichen. Da die meisten Banken in der Bewilligung von Darlehen nach vergleichbaren Maßstäben und Kriterien vorgehen, kann man davon ausgehen, im Falle eines positiven Bescheides, auch von anderen Instituten entsprechende Angebote zu erhalten. Diese sollte man eingehend prüfen, bevor man sich für eine Bank entscheidet.

Das Online-Magazin INTERNETHANDEL will Existenzgründer und erfahrene Unternehmer im Online-Handel bei der Fehlersuche in den eigenen geschäftlichen Konzepten unterstützen. Die Titelstory der aktuellen Ausgabe (Nr. 98, 12/2011) beschäftigt sich von daher mit den folgenschwersten Fehlern im Online-Handel. Die einzelnen Fehlerpotenziale wurden dafür in zehn aussagekräftige thematische Kapitel eingeordnet. Insgesamt werden 50 Fehler ausführlich besprochen und vorgestellt. Interessierte Leser erhalten hierzu jeweils Lösungsvorschläge und Vermeidungsstrategien. Eine zusammenfassende Checkliste, in der noch einmal alle Fehler übersichtlich aufgeführt sind, erleichtert die systematische Überprüfung der eigenen Geschäftsidee oder des bereits bestehenden Unternehmens. Wer vermeiden will, an Irrtümern, Patzern und Pannen zu scheitern, die bereits viele andere Gründer und Unternehmer im Online-Handel ihre Existenz gekostet haben, der entdeckt bei INTERNETHANDEL einen leicht verständlichen und praxistauglichen Leitfaden, mit dem sich das Risiko Schiffbruch zu erleiden deutlich reduzieren lässt.

Mario GüntherMario Günther ist Chefredakteur von INTERNETHANDEL. Das Fachmagazin umfasst die Vorstellung neuer Geschäftsideen, Schritt für Schritt-Anleitungen für Gründer, Tipps aus den Bereichen Steuer & Recht, umfangreiche Softwaretests sowie regelmäßige Interviews mit Deutschlands besten Online-Händlern.

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