Schritt für Schritt zum eigenen Private Label Produkt

Als Online-Händler steht man immer vor der Frage, mit welcher Art von Produkten man am besten handeln sollte. Nischenartikel könnten schnell dazu führen, dass die Nachfrage letztlich einfach zu gering ist. Dagegen bietet Massenware den entscheidenden Nachteil von großer Konkurrenz verbunden mit einem erbitterten Preiskampf. Wer massentaugliche Waren einsetzen will, ohne dabei allzu sehr unter dem Mitbewerb zu leiden, der sollte sich intensiv mit dem Thema Private Label Produkte beschäftigen. Wir machen Sie mit den Hintergründen vertraut und skizzieren den Weg zur eigenen Handelsmarke. 

Private Label Produkte: Die geniale Lösung für engagierte Händler

Sicher haben Sie den Begriff Private Label Produkte schon einmal gehört. Und obwohl wir ganz sicher sind, dass Sie fast täglich mit solchen Artikeln zu tun haben, ist Ihnen bisher vielleicht noch nicht völlig klar, worum es sich hierbei eigentlich handelt. Aus diesem Grund liefern wir Ihnen zunächst eine kleine Definition dieses Begriffes und erläutern den ein oder anderen Hintergrund, der in Bezug auf Private Label Produkte eine Rolle spielt.

Grundsätzlich sprechen wir immer dann von Private Label, wenn ein Produkt zwar über eine Marke und ein entsprechendes Branding verfügt, diese aber nicht vom Hersteller, sondern stattdessen vom Händler stammt. Wenn Sie selbst also Verkäufer von Produkten sind und auf Private Label setzen wollen, dann beauftragen Sie die Herstellung entsprechender Artikel und lassen diese in Eigenregie mit einer bestimmten Marke versehen, die Sie im Vorfeld selbst entwickelt haben.

Vielleicht gehen Sie im ersten Moment noch davon aus, dass es sich bei dieser Vorgehensweise um eine eher ungewöhnliche Strategie mit vielen möglichen Komplikationen handelt. Beide Bedenken werden wir Ihnen innerhalb der nächsten Minuten allerdings unter Garantie nehmen. Sie werden gleich erkennen, dass Private Label Produkte extrem weit verbreitet sind und dass es darüber hinaus ausgesprochen einfach und unkompliziert ist, selbst solche Artikel zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Führen Sie sich zunächst vor Augen, dass wir alle ständig von Private Label Produkten umgeben sind. Verbrauchermärkte, Supermärkte oder Discounter sind nämlich voll davon. Denken Sie nur einmal an Marken wie „Ja!“, „Gut und Günstig“ oder „Balea“, um nur wenige Beispiele zu nennen. Hierbei handelt es sich um Brandings, die vom Handel selbst stammen und hinter denen kein einheitlicher Hersteller steckt.

Die Gründe für das große Interesse des Handels an Private Label Produkten ist schnell zu erklären. Diese bringen nämlich dieselben positiven Eigenschaften mit, wie klassische Markenartikel. Verbraucher nehmen sie als wertvoll und vertrauenswürdig war, sind bereit, mehr Geld für die Produkte auszugeben und bleiben bestimmten Marken gerne treu. Dabei kosten die Private Label Produkte im Einkauf aber deutlich weniger, da sie ohne sonderliche Werbe- und Marketingkosten auskommen. Mittlerweile ist nicht nur der stationäre Handel stark auf Private Label Produkte ausgerichtet. Auch im Internet werden diese Artikel immer wichtiger und spielen mittlerweile eine entscheidende Rolle. Hier bieten Sie dem Verkäufer vor allem den Vorteil, dass seine Angebote sich nicht mehr so gut und so einfach mit den Produkten der Konkurrenz vergleichen lassen. Dies erlaubt dauerhaft höhere Preise und damit stabile Gewinne oder harten Preiskampf.

Von der ersten Idee zum konkreten Angebot

Sie haben inzwischen gesehen, dass Private Label Produkte eine wirklich große Rolle im Handel spielen, ganz gleich, ob wir von stationären Läden oder vom Internet sprechen. Damit haben wir Ihr erstes Bedanken bereits lösen können. Beschäftigen wir uns jetzt mit der Frage, wie man als Verkäufer selbst an eigene Private Label Produkte gelangen kann. Hier haben vor allem Einsteiger im Bereich Handel größere Bedenken und können sich kaum vorstellen, wie es möglich ist, selbst unter die Produzenten eigener Handelsmarken zu gehen. Dabei gestaltet sich dieser Prozess recht einfach, wenn man ein paar essentielle Regeln berücksichtigt.

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass es unzählige Hersteller von diversen Waren gibt, die gerne dazu bereit sind, in Ihrem Auftrag individuelle Produkte zu fertigen. In vielen Fällen lässt sich dies sogar bereits bei recht kleinen Mengen problemlos realisieren. Hierzu aber später mehr. Zunächst wollen wir uns nämlich mit der Frage beschäftigen, wie man überhaupt auf ein passendes Produkt für den Handel stößt. Hierbei sollte man, obwohl es sich bei der Produktentwicklung ja um einen kreativen Prozess handelt, ganz systematisch vorgehen.

In einem ersten Schritt sollte man dabei die Anforderungen an das konkrete Produkt sehr genau definieren. Hierbei spielen zum Beispiel Aspekte wie Größe und Gewicht, Verkaufspreis, Gewinnspanne, Popularität, Versandfähigkeit oder Retourenrisiko eine Rolle. Wenn Sie bereits im Vorfeld festlegen, welche Eigenschaften Ihre späteren Produkte mitbringen sollen, dann können Sie sehr genau steuern, wie erfolgreich sich diese langfristig darstellen werden. Im nächsten Schritt können nun konkrete Produktideen entwickelt werden. Hierbei hat sich das Brainstorming als Methode bewährt.

Die auf diese Weise entwickelten Ideen sollten nun in einem dritten Schritt einer strengen Überprüfung unterzogen werden. Hierbei nutzt man nach Möglichkeit das Internet als Informationsquelle und versucht dabei vor allem Daten über die Nachfrage und die bereits vorhandene Konkurrenz zu gewinnen. Nachdem man sich auf dieser Basis für bestimmte Produkte entschieden hat, geht man nun daran, diese bei verschiedenen Herstellern und Großhändlern preislich anzufragen. So erhält man innerhalb von überschaubarer Zeit erste Angebote, die man nun miteinander vergleichen kann, um so den optimalen Lieferanten für die eigenen Private Label Produkte ausfindig zu machen. Hierbei lohnt es sich, bereits in der Angebotsphase darauf zu achten, wie schnell und wie zuverlässig die einzelnen Lieferanten reagieren. Entsprechende Beobachtungen sollte man später in die Entscheidung für den endgültigen Anbieter einfließen lassen.

Das Branding von Private Label Produkten spielt eine wichtige Rolle

Bevor es nun aber an die tatsächliche Produktion gehen kann, müssen Sie sich noch mit der Frage beschäftigen, ob und wenn ja wie Sie Ihre Artikel branden lassen wollen. Letztlich soll es sich ja für den Verbraucher erkennbar um ein Markenprodukt handeln und diesen Eindruck erzielt man in der Regel dadurch, dass man die Waren mit einem bestimmten Logo, also einer Marke, ausstattet. Zum einen müssen Sie eine solche Marke entwickeln. Zum anderen müssen Sie klären, wie das Produkt entsprechend gestaltet werden kann. In vielen Fällen reicht es übrigens völlig aus, hier mit einem Aufkleber zu arbeiten oder die Verpackung des Produktes entsprechend zu gestalten. Bei einer solchen Vorgehensweise halten sich die Kosten in Grenzen und die Produktion selbst wird auch nicht allzu kompliziert. Wichtig ist nur, dass Sie frühzeitig festlegen, wie Sie sich das Branding vorstellen. Denken Sie in diesem Zusammenhang auch daran, dass sich unter einer Handelsmarke verschiedene Produkte optimal vermarkten lassen. Diese können zum Beispiel so ausgewählt werden, dass Sie als Set zusammenpassen oder zumindest thematisch in einem bestimmten Zusammenhang stehen.

Die Welt der Private Label Produkte ist interessant, spannend und komplex. Es lohnt sich für jeden Händler, sich näher mit diesem Thema zu beschäftigen. Vor allem Internet Verkäufer können stark von eigenen Handelsmarken profitieren. Dies gilt auch dann, wenn Sie Aktivitäten als Amazon Verkäufer planen. Hier umgehen Sie nämlich übermäßige Konkurrenz auf dem Marktplatz und schaffen sich schnell einen lukrativen Umsatzbereich mit interessanten Gewinnen.

Wer jetzt mehr über die fantastischen Möglichkeiten erfahren möchte, die mit Private Label Produkten verbunden sind, der sollte sich auf keinen Fall die aktuelle Ausgabe (Nr. 171, Januar 2018) von internethandel entgehen lassen. Die Redakteure der Zeitschrift haben diesem Thema nämlich eine komplette Titelstory gewidmet und bieten interessierten Lesern eine sehr informative und leicht verständliche Einführung in diesen Bereich. Hier werden Sie nicht nur mit allen wichtigen Hintergründen versorgt, sondern erhalten auch zahlreiche Tipps und Hinweise rund um die Produktion eigener Private Label Produkte. Abgerundet wird das Magazin durch eine komplexe Checkliste, die Sie umsichtig und zuverlässig durch eigene Projekte in Sachen Private Label führt.

Mario GüntherMario Günther ist Chefredakteur von INTERNETHANDEL. Das Fachmagazin umfasst die Vorstellung neuer Geschäftsideen, Schritt für Schritt-Anleitungen für Gründer, Tipps aus den Bereichen Steuer & Recht, umfangreiche Softwaretests sowie regelmäßige Interviews mit Deutschlands besten Online-Händlern.

 

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